Reformation heute PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, den 03. November 2010 um 19:14 Uhr

Thesen von Gemeindegliedern der Ev. Kirchengemeinde Sophien anlässlich des Reformationsfestes im Jahr 2010

Martin Luther hatte 1517 seine 95 Thesen zur Reform der Kirche und des christlichen Lebens zur Diskussion veröffentlicht. In Anlehnung daran wurden 95 Gemeindeglieder gebeten je eine These zur Reformation der Kirche 2010 beizusteuern. 79 Thesen sind eingegangen. Im Reformationsgottesdienst in der Zionskriche wurden von der versammelten Gemeinde 13 Thesen als besonders wichtig herausgefiltert.

Diese sind fett markiert.

1. Fast 100 Jahre nach dem Ende der Zeit, als die deutschen Landesherren zugleich oberste Landesbischöfe waren, sollte sich die Evangelische Kirche endlich auch geistig aus ihrer engen Bindung an den Staat lösen: Die Nähe zu politischen Moden und politischen Sprachregelungen verkürzt die Botschaft von Jesus Christus.
2. Die evangelische Kirche sollte sich viel hörbarer zu aktuellen politischen Fragen zu Wort melden und klare Aussagen zu Themen wie globale Gerechtigkeit oder Wirtschaftspolitik vertreten.
3. Christlicher Glaube im 21.Jh. steht im Gespräch mit den umwälzenden Erkenntnissen der Wissenschaften, steht im Gespräch mit anderen Religionen und Kulturen und ist aufgefordert, einen Beitrag zur Lösung der Probleme der Menschen auf dieser Erde zu finden und einen gewaltfreien Weg mit anderen zu leben.
4. Christ sein bedeutet, daß einem die Menschen neben einem ebenso wichtig sind wie die persönlichen Ziele in der Ferne. Jeder einzelne ist aufgerufen sich selbst dazu immer wieder zu hinterfragen und sein Handeln kritisch zu prüfen. Wir dürfen nicht vergessen, daß die Kirche die Gemeinschaft der Christen ist und nicht besser sein kann als
jeder einzelne täglich dazu gibt.
5. Unsere Kirche muss stärker Brücken bauen zu anderen Religionen. Sie muss Wege des Zueinanders und Miteinanders finden und helfen Feindbilder abzubauen. Und sie muss zugleich Brücken bauen zu denen, die nicht glauben, die starke Zweifel an Gott haben und auch ihnen deutlich machen, dass sie offen ist für sie und ihre Denkanstöße.
6. Die Kirche soll in ökumenischer Verbundenheit einladen, die konfessionellen Grenzen zu überwinden und einzutreten für die Bemühungen um weltweite Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung.
7. Weil ich die evangelische Kirche liebe, soll sie endlich wirklich und wahrhaftig die Ausbildungen für die hauptamtlichen Mitarbeiter/innen reformieren. Zukünftig werden Teams durch Hauptamtliche folgender gleichrangiger Professionen gebildet: 1. Kirche_Bildung, 2. Kirche_Musik/Kunst, 3. Kirche_Diakonie/Seelsorge, 4. Kirche_Verwaltung. Mindestens eine/r von diesen hat auch Theologie studiert. Alle sind berechtigt zur freien Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung.
8. Die protestantische Kirche muss sich der mystischen und spirituellen Dimension von Religion zuwenden, damit Glaube ein integraler Bestandteil des praktischen täglichen Lebens werden kann und damit dort Zuhause wird, wo es am wichtigsten ist!
9. Klare Botschaften. Ein evangelischer Christ sollte wissen können, welche Positionen seine Kirche für evangelisch hält und welche nicht. Toleranz und Respekt anderen gegenüber sollte nicht bedeuten, dass man meinungslos wirkt.
10. Kirche darf nicht ängstlich in Traditionen verharren. Sie muss den Menschen christliche Werte in die Moderne übersetzen - und dafür laut und wehrhaft eintreten.
11. Die Evangelische Kirche schafft es oft nicht, lebendig, herzlich und authentisch Glaubensinhalte vor allem an Jugendliche zu vermitteln. Freikirchen schaffen dies.
12. "Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein." Da, wo Gebäude, Gegenstände, Finanzen, Stellenpläne, geordnete Verwaltung und Ähnliches der Schatz der Kirche sind, da irren wir. Lasst uns im Gebet Schätze sammeln und IHM vertrauen, dass dann auch das andere kommt.
13. Die Kirche soll das richtige Maß zwischen notwendigen Reformen und traditionell Bewährtem finden. Keine Angst vor neuen Wegen!
14. Ich bete für meine Kirche, dass sie Mut zum Konflikt, Lust am Streit und Liebe zu den Menschen wagt.
15. Gemeinde - beutet Deine Pfarrer-innen nicht aus. Versuche noch stärker Aufgaben auf viele - ehrenamtlichen und bezahlten- Schultern zu verteilen!
16. Die Herrschenden unterdrücken ihre Völker und missbrauchen ihre Macht über die Menschen.
17. Unsere Gemeinde - gerade weil sie im Herzen der Hauptstadt beheimatet ist - sollte stärker zu politischen Themen Stellung beziehen und versuchen, hier ansässige Unternehmen für gemeinsame Projekte mit ins Boot zu holen.
18. Gemeinsam Christsein. Das heißt zumindest, den anderen zu kennen und zu verstehen. Verständnis und Wissen um den anderen enden aber bisweilen an der eigenen Kirchentür. Was heißt eigentlich ökumenisch leben?
19. Die Trennung der großen christlichen Kirchen im 21. Jahrhundert ist eine schwer erträgliche Tatsache.
20. Kirche, bitte suche nach den Gemeinsamkeiten zu den anderen Weltreligionen. Sind viele Religionen nicht gleich, haben den gleichen Ursprung.
21. Unsere Kirche ist für alle da, aber es sammeln sich nur Mittelschichtler. Die Verfasstheit unserer Kirche mit Verbeamtung u.ä. passt nicht mehr in die pluralistische Gesellschaft.
22. Die Gestaltung der eigenen Streitkultur zwischen Freiheit und Verantwortung ist die bleibende Aufgabe des Protestantismus für seine eigene Zukunft.
23. Kirche sollte das Evangelium wieder als eine Kraft verstehen, die die Welt verändert, indem sie mit der Kraft des Himmels auf Erden wirkt.
24. Kirche soll und kann nicht gegen den Trend wachsen,sondern sie sollte bereit sein, auch mit wenigen gemeinsam vorauszugehen.
25. Die Kirche muss voller werden, indem die Kirche glaubwürdiger wird.
26. Unsere Kirche als Ort der Besinnung aber auch des offenen Dialoges zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen und der Suche nach Gemeinsamkeiten.
27. Das Bestreben der evangelischen Kirche, die Bereitschaft zur Organspende - als eine Tat der Nächstenliebe über den Tod hinaus -zu wecken und zu stärken, wirkt auf mich wie ein moderner Ablaßaufruf.
28. Die Formel "Bis das der Tod euch scheidet" stört mich in unserer Kirche. Sie ist eine sehr alte Formel, die den Tod einschließt, das möchte ich nicht missen. Aber sie setzt für die heutige Zeit einen zu hohen moralischen Druck, dem oft kirchliche Mitarbeiter in führenden Positionen unterworfen werden.
29. Die Texte von älteren Kirchenliedern sind oft schwer verständlich,mögen die Melodien auch noch so schön sein!
30. Kirche muss umkehren - umkehren von der Binnenorientierung zur Außenorientierung. Sie ist kein Verein von gleichgesinnten Menschen, die enge Gemeinschaft pflegen, sondern eine Organisation mit einem Auftrag, einer Mission. Diese Mission besteht aber nicht in aggressiver Mitglieder-Werbung. Diese Mission folgt dem Wehen des Heiligen Geistes. Sie ist getragen von der Dynamik Gottes und muss nur Schönheit der Guten Botschaft attraktiv nach außen vertreten.
31. Die evangelische Kirche in Deutschland ist noch zu sehr in alten Strukturen verwurzelt und erreicht dadurch nur schwer die jüngeren Altersgruppen. Eine moderne Kirche, die auch auf die Bedürfnisse der jüngeren bis mittelalten Generationen zugeht und dabei weniger bürokratisch in Bezug auf die Einführung von Neuerungen ist, sollte geschaffen werden.
32. In unserer Kirche ist die Armut nicht zu Haus - wollen wir eine Kirche für alle sein, oder lieber unter uns bleiben?
33. Wenn wir Jesus Christus als unseren Herrn glaubhaft bekennen wollen, dann muss sich unsere Kirche dem Auftrag und der Verantwortung stellen, der Welt einen gangbaren Weg aus der Perspektive von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung aufzuzeigen!
34. Kirche muss rauskommen - auf die Straße, zu den Menschen, in die Büros, Werkstätten und Fabriken, muss sich einlassen auf das alltägliche Leben, unsere Sorgen und Freuden.
35. Kirche sind ja auch wir - wir Christen. Wir brauchen Kraft und Mut, Kirche in die Breite zu tragen, auf den Nächsten zuzugehen, zu geben und aufzunehmen.
36. Die Kirche wird sich im 21. Jahrhundert der Armut stellen: der Armut in den Herzen und Seelen zum einen und zum anderen der Armut vieler Menschen, die nicht genug Geld haben, um ein gutes Leben zu führen. Die Kirche ist aufgerufen, für die Armen Partei zu ergreifen. Dies ist sie seit der Zeit der Propheten, wie durch Maria, Jesus und
viele weiteren bekräftigt, wie sie es tut und immer wieder und stärker tun muss.
37. Mensch der Kirche: hüte Dich vor Bigotterie! Nicht scheinheilige Moral gereicht Gott zur Freude sondern das Bekenntnis der eigenen Unzulänglichkeiten. Erhebe dich nicht über andere, sondern verneige dich vor ihnen.
38. Durch ein Werk der Liebe wächst die Liebe, und der Mensch wird besser.
39. Die evangelische Kirche soll eine mutigere Streitkutur entwickeln. Mit klaren Botschaften die Gesellschaft und vor allem auch ihre Mitglieder konfrontieren und sie zum Gegen-Argumentieren ermutigen. Das Gefühl "Wir haben uns alle lieb" können wir uns für spezielle Feste und Gelegenheiten aufheben.
40. Die evangelische Kirche muss weiter ein Ort für alle sein, die sie suchen, daher sollte sie keinen aus falscher Selbstgerechtigkeit ausgrenzen.
41. Man soll die Christen lehren: die, die nicht im Überfluss leben, sollen das Lebensnotwendige für ihr Hauswesen behalten (nur das!) und das Überbleibenden keinesfalls in ungerechtem Konsum verschwenden. Fairer Handel ist kein Ablasshandel, sondern heilsam für die Menschheit.
42. Glaube soll erlebbarer, fühlbarer werden durch die Belebung mystischer Traditionen der christlichen Kirchen.
43. "Bekennen bedeutet vor allem, den Mächtigen die Wahrheit zu sagen." (Dorothee Sölle). Den Mächtigen in der Politik wie auch den Machthabern innerhalb der Kirche: dass wir uns nicht in Ohn-Macht ihren Strukturen hingeben, sondern selber Ja und Nein sagen können und wollen.
44. Traditionen sollen als Geländer dienen, aber mit Leben gefüllt werden. Ich wünschte mir, dass "die Würde" des Abendmahls gewahrt bliebe und die Erstzulassung als ein Höhepunkt im Glaubensleben erfahren werden kann.
45. Widersteht der Vereinnahmung der christlichen Kirche in Debatten um Leitkultur und Integration; bleibt offen für Andersgläubige und die, die ohne Glauben sind, denn Jesus spricht: "Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.' (1 Joh 4, 16)"
46. Christ in dieser Welt, wie folgst DU Christus nach? Deine Kirche soll Dir Anregung, Halt und Raum geben.
47. Ich wünsche mir mehr Interesse aneinander in unserer Gemeinde. Sonntags treffen sich viele einander fremde Menschen und ein kleiner harter Kern von Gemeindemitgliedern im Gottesdienst. Aber auch nach Jahren kann man das Gefühl haben, nicht dazu zu gehören. Das widerspricht dem, was ich von meiner Gemeinde erwarte.
48. Das Zimmer für die Kinder (Kindergottesdienstraum), da sollen Spiele sein. Ich wünsche mir auch immer Kuchen.
49. Ich wünsche mir, dass es wärmer wird in der Kirche, dass in den Bänken genügend Decken liegen.
50. Ich wünsche mir, dass der Gottesdienst interessanter wird für Jugendliche und junge Leute. Für mich ist Gott in der Kirche eher weiter entfernt, als im normalen Leben.
51. Ich finde das Opfer schlimm - das Opfern und geopfert werden, als auch das sich aufopfern. Ich klammere manchmal die Theologie des Opferlammes aus, ich kann es auch meinen Kindern nicht erklären.
52. Die Kirche verharrt im Diesseits. Ethik und Politik sind häufig die Themen, mit denen wir uns im Gottesdienst beschäftigen. Heißt es aber nicht: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt?" Vielleicht wäre manchmal auch ein bisschen mehr Jenseits nicht schlecht.
53. Eine gute Predigt ist politisch, eine politische Predigt ist nicht gut.
54. Meine Kirche ist Begegnung von jung und alt, reich und arm, verschiedene Anschauungen - kontrovers aber gleichwertig.
55. Die Kirche muss sich stärker als bisher in die aktuellen gesellschaftspolitischen Diskussionen einbringen und darüber hinaus Visionen für eine Gesellschaft entwickeln, in der für alle Menschen eine gleichberechtigte Teilhabe sichergestellt wird.
56. Die Kirche muss eindeutig Partei ergreifen für die Schutzbedürftigen weltweit, die keine Lobby haben.
57. Die Kirche muss sich eindeutig von Bestrebungen distanzieren, die den Glauben als Instrument für Ausgrenzung und Fremdenhass instrumentalisieren.
58. Die Kirche muss sich für alle Nicht-Christen öffnen, ohne sie bekehren zu wollen.
59. Die Kirche muss sich stärker für die Bewahrung der Schöpfung weltweit einsetzen und nachhaltiges Wirtschaften aktiv unterstützen.
60. Evangelische Christen können und sollen mutig sein. Das heißt auch, dass sie auf Neues und Fremdes offen und aufgeschlossen zugehen können und sollen. Das schließt auch neue und fremde Gottesdienstbesucher unserer Gemeinde ein. Deshalb möchte ich alle Gemeindemitglieder bitten, nach dem Gottesdienst nicht nur im vertrauten
Kreis zu plaudern und den Eindruck eines „closed shop“ zu vermitteln. Vielmehr sollten wir besonders den Austausch mit neuen und (noch) fremde Menschen suchen und aktiv auf sie zugehen, damit sie die Einladung spüren können, sich in unserer Gemeinde heimisch zu fühlen.
61. Die Präsenz und das beispielhafte Vorangehen von Kirche bei wichtigen gesellschaftlichen Themen wie zum Beispiel (ökologischer, globaler) Nachhaltigkeit, demografischer Wandel und seine Folgen (würdevolles Sterben, Abtreibung) oder einer gerechteren Gesellschaft (fairer Lohn für Arbeit etc.) muss stärker (im gesellschaftlichen Bewusstsein) sein.“
62. Ich wünsche mir eine Kirche, in der wir nicht unter uns bleiben. Ich wünsche mir ein Kirche, in der wir unserer Privilegiert-Sein hinterfragen und in der unsere Gedanken darum Türen auch denen öffnen, die wir bisher ausschließen.
63. Wir sind die Kirche,als Christen sind wir mit unseren Werken dafür verantwortlich, Impulse zur Ermutigung in Glauben und Wahrheit in die Kirchen zu tragen, jungen Glauben zu pflegen und das Leben in unseren Kirchen zu gestalten.
64. Als Christen unserer Stadt tragen wir große Verantwortung,Verkündigung, Toleranz und Achtung des Menschen und aller Kreatur zu leben.
65. Als Besucher und Gast unserer Kirchen hast du die Chance, den Raum Kirche als Träger des Evangeliums wahrzunehmen und deinem Herzen die Möglichkeit zu lassen, gerührt zu sein und Tränen und inneren Frieden zuzulassen.
66. Kirche sind auch Gäste, die sich durch Raum und Anwesenheit von Christen von Gott angesprochen fühlen und in ihrem Denken Platz für Kirche einräumen.
67. Der alleinige Grund für die Existenz und das Wirken von Kirche ist die Verkündigung des Evangeliums. Die Kirche wird immer dann ihrem Auftrag nicht gerecht, wenn sie aus der Sorge um sich selbst das Evangelium aus ihrem Blick verliert.
68. Dass sich die Kirche ihrer selbst sicher sein kann, ist keine ausgemachte Sache. Erst die tief empfundene und geglaubte Unsicherheit verankert die Kirche in der Zukunft.
69. Die Kirche lässt die Liebe und Allgegenwärtigkeit Gottes in unserer Welt erfahrbar machen. Sie richtet ihre Handlungsmaximen nach den Geboten der Nächstenliebe aus. Sie folgt anderen Regeln als denen der Politik.
70. Wenn es schon die katholische und die evangelische Kirche untereinander nicht schaffen, über ihre bürokratischen Schatten zu springen und ein Konsequenz und eine Kommunikation an kleinkarierten Unterschieden scheitert, wie sollen sie dann als christliche Kirche Nächstenliebe und Toleranz verkörpern? Seien wir offener über die Grenzen
unserer Kirche hinaus!
71. Es darf keine Privilegien zwischen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Gemeinden geben.
72. Wir müssen die Bibel auch gegen uns zu lesen bereit sein. Etwa: Gott hat vielleicht anderes mit uns vor, als wir herauslesen möchten. Oder: Nicht nur die befreienden Worte, sondern auch manche Ermahnung gilt auch heute noch.
73. Die Kirche Jesu Christi konstituiert sich nicht auf Grund von Sympathien, Milieus oder Interessen, sondern der heilige Geist beruft und rettet die Menschen durch das Evangelium zu EINER Gemeinschaft.
74. Eine von Männern dominierte ist keine vollständige Kirche. Es ist Aufgabe der evangelischen Kirche die Geistlichkeit der Frau insbesondere auch nach außen zu vertreten.
75. Es ist wichtig, dass jedes Gemeindeglied seinen Schlüssel zu seiner Kirche hat.
76. Du sollst Dir kein Bild machen. Ich wünsche mir, dass die Kirche nicht in Klischees erstarrt.
77. „Ecclesia semper reformanda" ist kein Selbstzweck. Wir müssen nicht immerzu, aber wir dürfen jederzeit etwas ändern. Nicht Neuheit, sondern Güte sei unser Maßstab.
78. Die Kirche soll ein Ort sein an dem die Menschen Glauben–Leben–Lernen.
79. Ich möchte, daß die Vermittlung unseres christlichen Glaubens auch künftig in unserer zunehmend säkularen Gesellschaft stattfindet, aber im Sinne unserer Verfassung (Religionsfreiheit, Trennung von Staat und Kirche). Unsere Kirche könnte unaufgeregt einen Prozeß begleiten, der Kirchennähe und Kirchenferne "aushält": dies wäre u.a. möglich durch eine aktive Beteiligung an einem gemeinsamen Schulfach, in dem es sowohl um religiöse (auch christliche) als auch um allgemein-ethische Fragen geht und natürlich um gegenseitige Toleranz. Darüber hinaus könnte die Kirche weitere "eigene" Angebote "im eigenen Haus" machen.

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 06. Mai 2012 um 18:12 Uhr