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Sonntag, den 14. August 2011 um 14:24 Uhr

Über den Zustand der Zionskirche erschien am 1.Juli ein streitbarer Artikel von Prof. Dr. Michael Wolffsohn im Tagesspiegel.

Was sagen Sie dazu? Wie empfinden Sie die Zionskirche?

 

Leserbriefe an die Redaktion des Tagesspiegel:

Wer allein nach dem schnellen Augenschein geht, meint die Zionskirche verkommen zu sehen. Wer hineingeht und zuhört , bekommt mit, dass mit diesem geschichtlichen Ort sehr wohl pietätvoll und seiner Vergangenheit angemessen umgegangen wird. An einer Veranstaltung in der Zionskirche, die sich der deutschen Geschichte stellt, war auch Herr Wolffsohn kürzlich beteiligt. Wer nachfragt, erfährt, dass genau die staatlichen und kirchlichen Stellen, denen Herr Wolffsohn Vernachlässigung vorwirft, seit vielen Jahren mit großem materiellem und persönlichen Aufwand daran arbeiten, das Bauwerk instandzusetzen. Hinzu kommt der Einsatz meiner für das Bauwerk verantwortlichen Ev. Kirchengemeinde Sophien, des Fördervereins und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Alldem werden Herrn Wolffsohns Schlussfolgerungen nicht gerecht, so stimmig sie im Allgemeinen sind. Unbestritten muss immer wieder um Beiträge zur Erhaltung dieses wichtigen Bauwerkes geworben werden. Dies lese ich - hoffentlich nicht allein - auch aus Herrn Wolffsohns Zeilen. So geht der Bau nur langsam voran und der Maler kommt bekanntlich zuletzt. Wir werden ihn in der Zionskirche gewiss nicht die Spuren der Vergangenheit übertünchen lassen.

Wolfgang Dittrich
Große Hamburger Straße 37, 10115 Berlin

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
Autor Michael Wolffsohn findet, das Innere der Zionskirche sähe aus,  als hätten darin "die Vandalen gehaust". Wo hat er denn hingeschaut? 
Meint er die Kanzel, ein für Kenner ziemlich einzigartiges Terrakotta-Schmuckstück, dessen aufwändige Restaurierung noch in diesem Jahr ihrem Abschluss finden soll? Meint er die stilsichere und liebevolle Restaurierung der beiden Sakristeien? Meint er die mit hohen Kosten erfolgte Trockenlegung der Kirchenfundamente mitsamt der neuen, unaufdringlich angelegten Heizungsanlage, die eine künftige Nutzung der Kirche auch in der kalten Jahreszeit ermöglicht? Meint er die mühsame Wiederherstellung der ursprünglichen Wandmalerei in der Apsis? Meint er die in den letzten Jahren erfolgte Restaurierung und Sanierung der Kirchenfenster? Übrigens alles finanziert durch Spenden und Fördermittel! Und ermöglicht durch die ehrenamtliche Tätigkeit vieler Menschen in der Kirchengemeinde und sonstiger Freunde der Zionskirche, die ihren Einsatz nicht an die große Glocke hängen.
Unübersehbar sind natürlich noch mancherlei Folgen von Kriegszerstörung und unsachgemäßer Instandsetzungen zu DDR-Zeiten. Wenn Wolffsohns Beitrag bewirken sollte, dass der Topf der Fördermittel für die Kirchensanierung, der Ende diesen Jahres leider leer sein wird, wieder gefüllt wird und dazu noch großzügige Spender und Sponsoren gewonnen werden könnten, um mit den Restaurierungsarbeiten fortfahren zu können, dann wäre ihm letztendlich doch noch etwas Positives abzugewinnen. Das würden dann sicherlich auch diejenigen Menschen gern akzeptieren, die gerade von der Ungelecktheit und Unvollkommenheit des Kirchenraums inmitten einer aufgepeppten Wohnumgebung so angetan sind, dass sie ihn gern für ihre Hochzeiten und Taufen oder sonstigen religiösen oder kulturellen Aktivitäten nutzen.
"Wer nicht an den Widerstand gegen Verbrechen erinnert, wird und wirkt und ist unglaubwürdig", schreibt Wolffsohn. Können dem Autor wirklich die ungezählten Ausstellungen und Veranstaltungen bis in die unmittelbare Gegenwart an und in der Kirche zum Thema Widerstand komplett entgangen sein?

Förderverein Zionskirche
Adalbert Halt
Stellv. Vorsitzender
Kastanienallee 45
10119 Berlin

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 06. Mai 2012 um 18:11 Uhr